Reflex:
durch Nerven vermittelte, schnelle, stets gleichartige und unwillkürliche Reaktion auf einen äusseren Reiz (ð Schutzwirkung)Voraussetzung ist die Fähigkeit des Organismus, Reize auszunehmen, zu verarbeiten und zu beantworten.
Evolutionärer Vorteil: Extrem kurze Reaktionszeit des Körpers, da keine Verarbeitung im Gehirn erfolgt.
(Siehe auch: http://www.medport.de/lexikon/index.php/Reflex_%28Physiologie%29)
Reflexbogen: Weg, den ein Reiz vom Auslöser zum reagierenden Organ nimmt:
- Registrierung des Reizes im Rezeptor und Übersetzung in eine Erregung.
- Die Erregung wird über einen sensorischen Nerv in Form von Aktionspotenzialen zum Verarbeitungszentrum weitergeleitet, meist in das Rückenmark.
- Im Verarbeitungszentrum wird die Erregung verschaltet und die festgelegte Reaktion ausgelöst.
- Wieder wird die Erregung über einen motorischen Nerv weitergeleitet; diesmal zum ausführenden Organ (Effektor).
- Das ausführende Organ wird tätig.
Reflexarten:
Unbedingte Reflexe: sind alle angeborenen, beständigen Reaktionen
* Nahrungsaufnahme
*Kniescheibensehnenreflex
(Informationen zu Sehenreflexen und ihre Untersuchung finden sich in Bates' großes Untersuchungsbuch)
* Atmen *Husten *Niesen
*Harnabsonderung * Erbrechen *Klammerreflex
*Hinlegen *Speichelreflex *Irisreflex
* Setzen *Stehen
Eine Unterteilung der unbedingten Reflexe erfolgt ausserdem in:
einfacher Reflex: ruft einen direkten Reflex hervor (nutzt nur eine Umschaltstelle im Rückenmark), beispielsweise der Lidschlussreflex und
zusammengesetzter Reflex: ruft einen indirekten Reflex hervor bsp. das Schluchzen
Bedingte Reflexe sind zusammengesetzt aus neutralem und auslösendem Reiz. Einflüsse durch die Umwelt oder den Menschen führen zu einem einfachen Lernvorgang(->bessere Anpassung auf die sich ständig verändernde Umwelt).
Klassisches Konditionieren besagt, d. einem unbedingten Reflex, künstlich ein neuer, bedingter Reflex hinzugefügt werden kann.
Ein Beispiel hierfür ist der Pawlowsche Hund
siehe auch: http://www.medpsych.uni-freiburg.de/OL/body_05_02.html,
eine Simulation von Pawlows Verusch findet sich hier.
Aber auch der Fliegeralarm während des 2 Weltkrieges, der das Fallen der Bomben ankündigt u. zu einem späteren Zeitpunkt dann allein ausreichte um Angstzustände hervorzurufen.
Bedingte Reflexe können, im Gegensatz zu den unbedingten, wieder verlernt werden (=Löschung).
weitere Informationenen zur Klassischen Koditionierung, wie ihre Grundlagen, Versuche, Löschung und ihre Anwendung in der Verhaltenstherapie,bietet die Uni Bielefeld
Bedingte Konditionierung ist auch bei Tieren, z.B. in der Zirkusdressur ein grosses Thema.
Klassische Konditionierung bei Pferden
Literaturhinweis: Instinkt, Lernen, Einsicht, Einführung in die Verhaltensbiologievon Prof. Bernhard Hassenstein
Behaviorismus und klassische Konditionierung
Frühkindliche oder Primitive Reflexe:
werden nach ca. 6-12 Monaten durch Haltungsreflexe/gesteuerte Bewegungen ersetzt. Haltungsreflexe werden durch höhere Zentren des Gehirns reguliert, die für die Kontrolle willkürlicher Bewegungen zuständig sind.
Zu den primitiven Reflexen zählen:
* Moro-Reflex:
Das Kind macht im Mutterleib die Arme breit, um sich nicht in der Nabelschnur einzuwickeln. Es handelt sich hier um einen Schreckreflex, der zwischen dem 2. und 4. Lebensmonat in den Erwachsenen-Schreck-Reflex transformiert.
* Symetrisch-tonischer Nacken-Reflex: ist ca. zw. dem 8.-11. Lebensmonat vorhanden u. bildet die Voraussetzung zum Krabbeln
*Asymmetrisch-Tonischer-Nacken-Reflex: wird durch Drehen des Kopfes zu einer Seite ausgelöst; wenn der Kopf gedreht wird, strecken sich Arme und Beine auf der gleichen Seite, während die Extremitäten der Gegenseite sich beugen. Sollte im 6. Lebensmonat integriert sein.
* Furcht-Lähmungs-Reflex: tritt in der 5. Lebenswoche des Embryos auf und wird ab 9. embryonaler Lebenswoche durch Moro-Reflex abgelöst. Embryo zieht sich als Antwort auf Berührung zurück. Es handelt sich evtl. um den Vorläufer der Tauchreflexes, der eine Verlangsamung des Stoffwechsels auslöst um d. Gehirn vor Sauerstoffmangel zu schützen.
* Tonischer Labyrinthreflex:
->vorwärts: fötale Beugehaltung; wird im 3.-4. Lebensmonat gehemmt
->rückwärts: entsteht bei der Geburt u. wird zw. 6. Lebenswochen und 2. Lebensjahr schrittweise abgebaut. Fällt der Kopf des Kindes in Rückenlage nach hinten, strecken s. Wirbelsäule und Beine.
* Spinaler Galantreflex: entsteht zw. 20. SSW und wird im 3.-9. Lebensmonat gehemmt und zum Amphibienreflex transformiert. Wird das Baby in Bauchlage parallel zur Wirbelsäule durch Entlangstreichen stimuliert, biegt es die Wirbelsäule unter Anheben und Beugen der Hüfte u. Anziehen des entsprechenden Beines.
Bestehen primitive Reflexe über einen bestimmten Zeitpunkt hinaus weiter, kommt es zu Entwicklungsstörungen, wie beispielsweise einer Diskrepanz zw. mündlichem und schrifltichem Ausdruck (ATNR), einer schlechten Augen-Hand-Koordination (STNR) oder Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsdefiziten (bei Moro-R
ein Überblick über Frühkindliche Reflexe
Eigenreflexe
Fremdreflexe
http://flexikon.doccheck.com/Reflex
http://fp-www.med.uni-jena.de/neps3/index.php?option=com_content&task=view&id=30&Itemid=43&limit=1&limitstart=5
http://helmut.hirner.at/physio/kapitel1/frage10/reflexe.htm
http://www.bikosite.de/ausbildung/reflexe.htm
Reflexe bei Tieren
Wohl durch das Baumleben, entwickelte sich beim Affen, der auch beim Menschen existente, Greifreflex. Bei Flucht oder Fortbewegung musste sich das Junge ohne zu überlegen (->per Reflex) im Fell der Mutter anklammern.
Literatur: